


Mit der neuen FL101 Flying Dragon erweitert Loongze seine Modellpalette um eine interessante DC-Baitcaster. Das Besondere: Erstmals lassen sich nicht nur die Hauptbremse, sondern auch die Front- und Rearbrake über separate Drehräder direkt an der Rolle einstellen. Die eigentliche Bremsregelung erfolgt weiterhin elektronisch über das DC-System.
Damit kombiniert die Flying Dragon die einfache Bedienung einer klassischen DC-Baitcaster mit den umfangreichen Einstellmöglichkeiten der bisherigen Bluetooth-Modelle DBC II und DBC IV – und das ganz ohne Smartphone oder App.
Wukong Intelligent Brake System – drei Bremsphasen, 1.728 Einstellungen
Das Herzstück der neuen FL101 ist das laut Hersteller patentierte Wukong Intelligent Brake System. Anders als bei herkömmlichen DC-Baitcastern lässt sich die elektronische Bremscharakteristik über drei separate Einstellräder beeinflussen.
Dabei können die Front-, Main- und Rearbrake unabhängig voneinander eingestellt werden. Insgesamt ergeben sich laut Loongze 1.728 verschiedene Einstellungskombinationen.
Dass diese zusätzlichen Einstellmöglichkeiten nicht nur eine nette Spielerei sind, konnte ich bereits bei meinen Praxistests mit der DBC II und DBC IV feststellen. Durch die gezielte Anpassung der Front- und Rearbrake ließ sich die Wurfperformance spürbar verbessern und die Bremscharakteristik wesentlich genauer auf unterschiedliche Köder und Wurfbedingungen abstimmen.
Die FL101 erfindet dieses Prinzip also nicht neu, macht es aber deutlich zugänglicher. Während die entsprechenden Einstellungen bei der DBC II und DBC IV ausschließlich über die App vorgenommen werden konnten, stehen bei der Flying Dragon erstmals drei separate Drehräder direkt an der Rolle zur Verfügung.
Gerade beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Ködern oder bei veränderten Windbedingungen dürfte das ein großer Vorteil sein. Statt das Smartphone herauszuholen, lässt sich die Bremscharakteristik unmittelbar anpassen.
Für mich ist das eine konsequente Weiterentwicklung des bisherigen Loongze-DC-Systems, denn die Vorteile der separat einstellbaren Bremsphasen haben sich in der Praxis bereits gezeigt. Neu ist vor allem die komfortable Bedienung direkt an der Rolle.
FL101 im Vergleich zu DBC I, II und IV
Mit der Flying Dragon erweitert Loongze seine bisherigen DC-Systeme um ein neues Bedienkonzept.
DBC I: Klassisches DC-Bremssystem, bei dem sich die Hauptbremse über ein Drehrad einstellen lässt. Eine Bluetooth-Verbindung oder Appsteuerung gibt es nicht.
DBC II: Bietet eine Bluetooth-Verbindung und umfangreiche Einstellmöglichkeiten über die App. Direkt an der Rolle lässt sich die Bremswirkung lediglich grob per Knopfdruck verändern. Front- und Rearbrake können ausschließlich über die App konfiguriert werden.
DBC IV: Kombiniert die Bluetooth- und Appsteuerung mit einem klassischen Drehrad für die Hauptbremse. Die Front- und Rearbrake bleiben weiterhin der App vorbehalten.
FL101 Flying Dragon: Hier lassen sich erstmals alle drei Bremsphasen über separate Drehräder unmittelbar an der Rolle einstellen. Eine App ist dafür nicht erforderlich.
Damit richtet sich die Flying Dragon insbesondere an Angler, die ihre DC-Bremse umfangreich konfigurieren möchten, ohne dafür auf ein Smartphone angewiesen zu sein.
Verarbeitung und erster Eindruck
Bei der Verarbeitung zeigt sich Loongze wieder einmal von seiner besten Seite. Das CNC-gefräste Aluminiumgehäuse macht einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck. Grobe Spaltmaße oder unsaubere Übergänge sucht man an meinem Exemplar vergeblich.
Besonders positiv fallen die geringen mechanischen Toleranzen auf. Die Knobs besitzen praktisch keinerlei spürbares Spiel und drehen trotzdem wunderbar frei. Ursprünglich hatte ich geplant, diese auszutauschen. Allerdings dürfte es schwierig werden, die neuen Knobs ebenso präzise zu shimmen.
Auch an der Kurbelwelle ist keinerlei Spiel feststellbar. Der Lauf ist angenehm weich und geschmeidig. Dazu kommen der akustische Drag-Sound der Kampfbremse und die sauber rastende Sternbremse – beides wieder Musik in den Ohren.
Insgesamt bewegt sich die Verarbeitung meiner FL101 auf einem ausgesprochen hohen Niveau und lässt beim ersten Begutachten kaum Wünsche offen.
Technische Daten der Loongze FL101
| Eigenschaft | Technische Daten |
|---|---|
| Modell | Loongze FL101 Flying Dragon |
| Bremssystem | Wukong Intelligent Brake System |
| Einstellungen | 1.728 Kombinationen |
| Gewicht | 166 g |
| Übersetzung | 7,1:1 |
| Ködergewicht | 2–28 g |
| Spulengewicht | 8,8 g inkl. Lager |
| Kugellager | 12+1 |
| Maximale Bremskraft | 8 kg |
| Schnurfassung | PE 1.5 / 100 m |
| Gehäuse | CNC-gefrästes Aluminium |
| Hauptgetriebe | Manganbronze |
| Farbvarianten | Schwarz und Weiß |
Technische Angaben laut Hersteller.
Fazit – sinnvolle Weiterentwicklung der DC-Technologie?
Die Loongze FL101 Flying Dragon hinterlässt bereits beim Auspacken einen hervorragenden Eindruck. Die Verarbeitung bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau, der Lauf ist geschmeidig und die mechanischen Toleranzen sind ausgesprochen gering.
Aus meinen bisherigen Praxistests mit der DBC II und DBC IV weiß ich bereits, dass sich durch die getrennte Einstellung der Bremsphasen spürbare Performancegewinne erzielen lassen. Die FL101 übernimmt dieses bewährte Prinzip und macht die Bedienung durch drei separate Drehräder deutlich komfortabler. Spannend bleibt, wie sich die neue Flying Dragon im direkten Vergleich zu den bisherigen Modellen schlägt.
Die Loongze FL101 Flying Dragon ist aktuell bei RedPeak sowie direkt im Loongze-Shop erhältlich.
